Sale: 496 / Evening Sale, Dec. 06. 2019 in Munich Lot 119002056

 
119002056
Gabriele Münter
Stillleben mit zwei Apfelsinen, 1912.
Oil
Estimate:
€ 100,000 - 150,000

 
$ 110,000 - 165,000

+
Lot description
Stillleben mit zwei Apfelsinen. 1912.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen abermals signiert und datiert sowie betitelt und bezeichnet "4.III.12". Verso auf der Leinwand mit dem Nachlassstempel und der Bezeichnung in Kreide "S. 20". Verso auf dem Keilrahmen ein Aufkleber mit der teils gestempelten Nachlassnummer "S 20" sowie einem unleserlich beschrifteten und teilweise überklebten Etikett. 45,5 x 60 cm (17,9 x 23,6 in).

- Bildhafte Auseinandersetzung mit den im Almanach formulierten Ideen des 'Blauen Reiter'.
- Entstanden im Erscheinungsjahr des Almanach des Blauen Reiter.
- Bühnenhaft inszeniertes Stillleben.
- Ausgestellt auf der Retrospektive 1992 im Lenbachhaus München und Schirn Frankfurt a.M
.

PROVENIENZ: Nachlass der Künstlerin (1962, verso mit dem Stempel).
Galerie Koch, Hannover.
Privatsammlung Niedersachsen.

AUSSTELLUNG: Orangerie Reinz, Köln 1981, S. 12/13 m. Abb.
Gabriele Münter 1877-1962 Retrospektive, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 29.7.-1.11.1992; Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main, 29.11.1992-10.2.1993 u. a., Kat.-Nr. 119 m. Farbabb.
Garten der Frauen/Wegbereiterinnen der Moderne in Deutschland 1900-1914, Sprengel-Museum, Hannover, 17.11.96-9.2.97, und Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal, 2.3.-27.4.1997, Farbabb. S. 168 (verso auf dem Keilrahmen mit einem Etikett).



Essay
Gabriele Münter malt mit Vorliebe ihre unmittelbare Umgebung, sammelt mit ihrem Lebensgefährten Wassily Kandinsky Hinterglasmalerei, Votivtafeln und figürliche Schnitzereien, sie bemalen Möbel und gestalten Wände. Stilllebenmalerei und Interieurs gehören mit den Landschaften zu den grundlegenden „Fingerübungen“ der Künstlerin. Besonders in den ersten Jahren in Murnau seit 1908 schildert Gabriele Münter wie in dem Bild „Dunkles Stilleben (Geheimnis)“ (1911, GMJE-Stiftung Inv.S 152) die im sogenannten „Russenhaus“ gesammelten Objekte oder sie widmet dem Heiligen Georg ein Stillleben mit Figuren, verteilt auf einem Tisch (1911, Städtisches Museum im Lenbachhaus). Die Künstlerin wechselt die Objekte und arrangiert sie mit Blumen vor unterschiedlicher Kulisse auf den Tischen, bisweilen finden Porträts von Freunden Platz in ihrer Welt des genreartigen Stilllebens. Es sind dies, wie auch das hier vorzustellende „Stilleben mit Orangen“, sehr gestische, mit linearen Pinselschraffuren und starken Konturen temperamentvoll gemalte, intensive Bilder. Auf räumliche Details verzichtet sie zugunsten der Kraft der Farben und des Lichts, die einzelne Gegenstände hervorhebt und diese wie auf einer Theaterbühne präsentiert. Unser Gemälde entwickelt das Motiv noch weiter: eine kleine Hirtenfigur aus Münters Sammlung Oberammergauer Schnitzfiguren und eine weitere Schale leuchten vor bzw. hinter den abgeschatteten Formen eines Huhns aus Steinzeug und einer geschwungenen Möbellehne hervor. Links begrenzt der Vorhang, rechts die Möbellehne, dabei sind nur die Formen wichtig und nicht die reale tiefenräumliche Positionierung. Eine abstrahierend flächige Gestaltung findet neuen Ausdruck in den kompositorischen Überlegungen von Gabriele Münter. [MvL/EH]
 


Buyer's premium, taxation and resale right apportionment for Gabriele Münter "Stillleben mit zwei Apfelsinen"
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Hammer prices above € 500,000: for the share up to € 500,000: 32%, for the share above € 500,000: 27% buyer's premium
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Resale right apportionment:
Objects made by artists who have not died at least 70 years ago are subject to a resale right apportionment of 1.5% plus statutory sales tax.