Sale: 345 / Modern Art / Post War, June 04./05. 2008 Lot 301

 
Rupprecht Geiger - Schwarze Form vor Blau


 
301
Rupprecht Geiger
Schwarze Form vor Blau, 1957.
Oil on canvas
Estimate:
€ 30,000 / $ 35,700
Sold:
€ 32,400 / $ 38.556

(incl. 20% surcharge)
Lot description

Schwarze Form vor Blau. 1957.
Öl auf Leinwand.
Dornacher/Geiger 184. Verso signiert. Auf dem Keilrahmen handschriftlich mit der Richtungsangabe. 100 : 95,5 cm (39,3 : 37,5 in). Rupprecht Geiger wird 1908 als einziges Kind des Malers und Grafikers Willi Geiger in München geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt Geiger in München und den Voralpen Oberbayerns. 1924 geht die Familie für ein Jahr nach Spanien, wo Geiger das "Colegio aleman" in Madrid besucht und seinen Vater auf Reisen zu den Kanarischen Inseln und nach Marokko begleitet. Bereits zu dieser Zeit beginnt Geiger zu zeichnen und zu aquarellieren. 1926, ein Jahr nach der Rückkehr aus Spanien, tritt er in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein. 1935 absolviert Geiger das Schlussexamen als Architekt und verbringt ein halbes Jahr mit seinem Vater in Rom. Fortan arbeitet Geiger in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. 1942 kommt Geiger für kurze Zeit wieder nach Deutschland und beginnt durch Vermittlung seines Vaters als Kriegsmaler in der Ukraine zu arbeiten. Nach Kriegsende kehrt Geiger nach München zurück. 1948 wird sein erstes abstraktes Bild im "Salon des Réalistes Nouvelles" in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet Geiger zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe "ZEN 49".

In den 1950er Jahren reduziert sich die Malerei Rupprecht Geigers, die sich von ihren Anfängen an als einzigem Thema der Farbe verschrieben hat, auf einige wenige Formen wie Rechtecke, Felder und Streifen, innerhalb derer die Farbe abgestuft und durch die Pinselführung moduliert wird. Meist sind es zwei Farben, die als Kontrasttöne nebeneinander stehen und so eine starke Spannung hervorrufen. Unser Werk bezieht seine außergewöhnliche, herbe, kühle Stimmung aus der monumentalen schwarzen Fläche, die sich vor den in lichten Blautönen abgestuften Hintergrund zu schieben scheint und sich zugleich mit einem Durchblick zu ihm öffnet.

In den Jahren 1959 bis 1977 nimmt Geiger mehrmals an der documenta in Kassel teil. 1965 wird Geiger als Professor an die Düsseldorfer Akademie berufen; die Professur nimmt er bis 1976 wahr. Seit 1982 ist Geiger Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München. Geiger lebt und arbeitet derzeit in München. Mit seinen abstrakten Farbkompositionen ist Rupprecht Geiger einer der Hauptvertreter der Farbfeldmalerei in Deutschland. [NB]

PROVENIENZ: Privatsammlung Niedersachsen.
AUSSTELLUNG: Rupprecht Geiger. Bilder 1957/58, Galerie Otto Stangl, München 1958 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Deutscher Künstlerbund, 8. Jahresausstellung, Essen 1989 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Rupprecht Geiger. Rot-Form-Bilder, Kunstverein Braunschweig 1989 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).

Guter Gesamteindruck. Minimal angestaubt. Kanten minimal berieben, partiell mit winzigen Farbverlusten. Mit vereinzelten geringfügigen Bereibungsspuren, im rechten Rand etwas deutlicher.

301
Rupprecht Geiger
Schwarze Form vor Blau, 1957.
Oil on canvas
Estimate:
€ 30,000 / $ 35,700
Sold:
€ 32,400 / $ 38.556

(incl. 20% surcharge)